Discussion:
Sparguthaben des Ehepartners Bestandteil der Erbmasse?
(zu alt für eine Antwort)
Peter Helms
2004-11-05 12:08:20 UTC
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Hallo,
das während der Ehe erworbene Sparguthaben meiner Frau gehört im
Prinzip ja zur Hälfte auch mir, sofern keine Gütertrennung vereinbart
wurde und es nicht auf einer Erbschaft beruht.
Frage: wenn ich sterbe, wird dann die Hälfte dieses Sparguthabens
meiner Frau mit zur Erbmasse gerechnet?
Gruß an die Runde!
Peter
Henning Schlottmann
2004-11-05 13:52:10 UTC
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Post by Peter Helms
das während der Ehe erworbene Sparguthaben meiner Frau gehört im
Prinzip ja zur Hälfte auch mir, sofern keine Gütertrennung vereinbart
wurde und es nicht auf einer Erbschaft beruht.
Frage: wenn ich sterbe, wird dann die Hälfte dieses Sparguthabens
meiner Frau mit zur Erbmasse gerechnet?
Nein. Der gesetzliche Güterstand einer Ehe, in der nicht per Ehevertrag
etwas anderes vereinbart ist, ist die "Zugewinngemeinschaft". Das
besagt, dass die Vermögen der Ehepartner getrennt gehalten werden und
nur für den Fall einer Scheidung der Ehe der Zugewinn, den die beiden
Partner im Laufe der Ehezeit angespart haben hälftig geteilt wird.

Im Todesfall eines Ehepartners bleiben die Vermögen völlig getrennt und
nur das Vermögen des Verstorbenen bildet die Erbmasse. Im Gegensatz zu
deiner Annahme wird bei gesetzlichem Ehestand sogar ein Ausgleich in
umgekehrter Richtung durchgeführt. Der überlebende Ehepartner bekommt
nämlich einen besonderen Anteil aus der Erbmasse zugeteilt - §1371 BGB.

Ciao Henning
Matthias Frank
2004-11-06 09:09:53 UTC
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Post by Peter Helms
das während der Ehe erworbene Sparguthaben meiner Frau gehört im
Prinzip ja zur Hälfte auch mir, sofern keine Gütertrennung vereinbart
wurde und es nicht auf einer Erbschaft beruht.
Frage: wenn ich sterbe, wird dann die Hälfte dieses Sparguthabens
meiner Frau mit zur Erbmasse gerechnet?
Im Todesfall eines Ehepartners bleiben die Vermögen völlig getrennt ...
Wobei ich denke der OP meint das anders. Das Sparguthaben wurde ja
wohl in der Ehe angespart aus Geld das beiden gehörte und nur zufällig
läuft das Sparbuch auf ihren Namen.
Mfg
Matthias
Kathinka Wenz
2004-11-06 09:36:09 UTC
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Post by Matthias Frank
Wobei ich denke der OP meint das anders. Das Sparguthaben wurde ja
wohl in der Ehe angespart aus Geld das beiden gehörte und nur zufällig
läuft das Sparbuch auf ihren Namen.
Und damit gehört das Geld ihr. Wenn das nicht gewünscht ist, sollte ein
Konto auf beide Namen angelegt werden.

In der Ehe hat durchaus jeder eigenen Besitz, auch bei einer
Zugewinngemeinschaft, erst bei der Scheidung wird alles in einen Topf
geworfen und halbiert. Und der Tod ist in dem Sinne keine Scheidung.

Gruß, Kathinka
Holger Pollmann
2004-11-06 17:20:31 UTC
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Post by Kathinka Wenz
Post by Matthias Frank
Wobei ich denke der OP meint das anders. Das Sparguthaben wurde
ja wohl in der Ehe angespart aus Geld das beiden gehörte und nur
zufällig läuft das Sparbuch auf ihren Namen.
Und damit gehört das Geld ihr. Wenn das nicht gewünscht ist,
sollte ein Konto auf beide Namen angelegt werden.
Allerdings: wenn beide sich einig waren, daß es gemeinsames Geld sein
sollte, dann hat der Ehemann einen Anspruch in Höhe von 50% des
Sparguthabens gegen die Ehefrau. Dieser Anspruch geht natürlich nicht
durch Tod eines der beiden unter.
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Kathinka Wenz
2004-11-07 08:45:37 UTC
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Post by Holger Pollmann
Allerdings: wenn beide sich einig waren, daß es gemeinsames Geld sein
sollte, dann hat der Ehemann einen Anspruch in Höhe von 50% des
Sparguthabens gegen die Ehefrau. Dieser Anspruch geht natürlich nicht
durch Tod eines der beiden unter.
Klingt ja logisch, aber gibt es da nicht ein Beweisproblem? Reicht es
tatsächlich nach dem Tod des Ehepartners zu behaupten, dass das
gemeinsames Geld war?

Gruß, Kathinka
Holger Pollmann
2004-11-07 12:03:38 UTC
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Post by Kathinka Wenz
Post by Holger Pollmann
Allerdings: wenn beide sich einig waren, daß es gemeinsames Geld
sein sollte, dann hat der Ehemann einen Anspruch in Höhe von 50%
des Sparguthabens gegen die Ehefrau. Dieser Anspruch geht
natürlich nicht durch Tod eines der beiden unter.
Klingt ja logisch, aber gibt es da nicht ein Beweisproblem?
Kann durchaus sein. Aber seit wann halten mich praktische Erwägungen
davon ab, was zur Rechtslage zu sagen? :-)
--
( ROT-13 if you want to email me directly: ***@ervzjrexre.qr )
"Sie tragen Trauer? Der Untergang der DDR?" - "Nein, Leni Riefenstahl.
Der Führer hat sie zu sich genommen." -- Abschiedsshow Scheibenwischer,
02.10.2003
Kathinka Wenz
2004-11-07 17:16:06 UTC
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Post by Holger Pollmann
Post by Kathinka Wenz
Klingt ja logisch, aber gibt es da nicht ein Beweisproblem?
Kann durchaus sein. Aber seit wann halten mich praktische Erwägungen
davon ab, was zur Rechtslage zu sagen? :-)
*g*

Hm, man könnte vorher schriftlich festhalten, dass das Geld beiden
gehört. Und man könnte gleichzeitig festhalten, dass es nur der Frau
oder nur dem Mann gehört (auch wenn es auf dem Konto des andere liegt,
sollte ja gehen). Und je nachdem, wie man am besten brauchen kann, den
Zettel findet man dann... ;-)

Ist wohl auch keine gute Idee, da zu leicht durchschaubar.

Gruß, Kathinka
Peter Helms
2004-11-12 09:11:05 UTC
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Zunächst vielen Dank für die bisherigen Kommentare.
Folgendes zur Präzisierung:

Meine Frau und ich haben beide je ein eigenes Sparkonto auf eigenen
Namen.
Sinn der Sache war, das jeder davon Geld abheben und ausgeben kann
ohne den anderen um "Erlaubnis" fragen zu müssen.
Gruß
Peter

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